• matthiasmueller4

Schweizermeisterschaften der Aktiven in Zürich

Aktualisiert: 28. Juni

Drei sechste Plätze im Speer durch Karin Olafsson, im Hoch durch Aline Kämpf und im 5000m durch Ahmed El Jaddar.

MM: Die aufgrund von Verletzungen geschrumpfte Delegation des TV Riehen umfasste 4 AthletInnen und Athleten, wobei Ahmed El Jaddar als Ausländer zwar mitlaufen durfte, aber nur ausser Konkurrenz. Er zeigte im 5000m-Lauf ein cleveres Rennen, versteckte sich immer im Spitzenfeld und konnte so Führungsarbeit vermeiden. Leider gingen ihm dann in der Schlussrunde die Kräfte aus, dennoch lief er als 6. ins Ziel. Sein Kommentar nach dem Rennen war, Laufen auf der Bahn sei definitiv nicht sein Ding, und zeigte auf seine blutigen Unterschenkel, die wohl von gegnerischen Nagelschuhen malträtiert worden waren. Seine Passion gilt den Strassenläufen, da wird mit normalen Schuhen gerannt und nicht mit «Spikes». Spikes sind aber unverzichtbar im 100m Sprint, gerade bei nasser Bahn wie am Freitag in Zürich. Mit normalen Turnschuhen würde man bei der Beschleunigung wegrutschen. Zudem geben die modernen Spikes viel Energie zurück und ermöglichen dadurch schnellere Zeiten. Klar, dass Aline Kämpf beim Start zum 100m-Lauf solche Schuhe trug. Ihr hoch-angesetztes Ziel war die Qualifikation für den Halbfinal. Dazu hätten aber klar schnellere Läuferinnen einen schlechten Tag einziehen müssen. Das geschah aber nicht, und somit reichten die guten 12.21s von Aline «nur» für den 30. Rang, zwar noch klar in der der ersten Hälfter der 67 Teilnehmerinnen, aber eben nicht für den Halbfinal der besten 24. Im Jahr 2018 und die Jahre davor hätte Aline’s Zeit locker für den Halbfinaleinzug gereicht. Dies zeigt, was für eine positive Entwicklung der Frauensprint in der Schweiz in den letzten Jahren genommen hat. Mehr Chancen rechnete sich Aline sowieso im Hochsprung aus. Das merkte man ihr auch deutlich an. So nervös wie vor dem Hochsprung-Wettkampf war sie noch nie. Nach dem Einspringen, das eigentlich sehr gut aussah, war sie komplett verunsichert und riss prompt die Latte beim ersten Versuch auf der Anfangshöhe von 1.60m. Das wollte man eigentlich unbedingt vermeiden, zählen doch bei gleicher übersprungener Höhe die Fehlversuche zur Endrangierung. Nachdem im 2. Versuch die Höhe dann souverän übersprungen wurde, ging es Schritt um Schritt auf ihre persönliche Besthöhe von 1.73m. Die nächste Höhe von 1.76m, die schliesslich die Silbermedaillen-Höhe war, gelang dann aber leider nur sehr knapp nicht. Der gute 6. Rang war am Ende die Ausbeute. Bei Aline ging es dann direkt weiter zum Speerwerfen. Dort traf sie auf zwei weitere Riehenerinnen. Ebenfalls im Speerwerfen am Start waren Karin Olafsson und Patrizia Eha, letztere ebenfalls ohne Pause direkt – und zwar vom 100m Hürdenlauf-Vorlauf - zum Speerwerfen wechselnd. Bei ihrem Hürdenlauf touchierte Patrizia zu viele Hürden, weswegen es mit 15.15s nicht zur angestrebten persönlichen Bestleistung reichte. Die Überschneidungen der Disziplinen waren leider nicht optimal für die Vorbereitung zum Speerwerfen für Aline und Patrizia. Das zeigte sich deutlich bei den erzielten Weiten. Beide kamen mit 37.99m und 36.84m nicht ganz an ihre Bestleistung heran und konnten sich somit auch nicht für die Finalwürfe der besten Acht Athletinnen qualifizieren. Ganz anders Karin Olafsson: bereits im 1. Versuch traf sie den Speer optimal, überwarf die 42m und konnte damit nochmals 3 Versuche mehr im Finaldurchgang absolvieren. Dort steigerte sie sich sogar noch auf 44.11m was zu Rang 6 reichte. Damit erreichte sie wieder das Niveau von 2013 (!) als sie an der SM mit 44.60m Rang 4 belegte. Eine grossartige Leistung, wenn man bedenkt, dass sie diese Disziplin aufgrund von Ellenbogen-Problemen praktisch nicht mehr trainieren kann. Dementsprechend glücklich war sie nach dem Wettkampf, vor allem auch weil am Freitagabend im Diskuswurf, ihrer «Trainingsdisziplin», nichts so lief wie gewünscht. Dreimal flog der Diskus ins Netz, und so musste sie ohne gültiges Resultat das Feld räumen. Somit konnte trotz den verletzungsbedingten Absenzen der Leistungsträger Marco Thürkauf und Patrick Anklin die angestrebten drei Top-8 Klassierungen erreicht werden. Eine gute Bilanz für den TV Riehen.

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